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Story

Die Storie (noch)ohne Namen

Teil 1

Ich lasse meine Hand mit Schwung auf meinen laut klingelnden Wecker fallen. So früh aufstehen zu müssen, sollte verboten werden, denke ich und rolle mich aus dem Bett. Gemächlich schlurfe ich ins Bad. Als mein Blick in den Spiegel fäll, seufze ich resigniert auf, meine Haare sehen aus wie ein Nest. Mit nassen Haaren ins Bett zu gehen war keine gute Idee. Reißend kämpfe ich mich mit der Bürste durch meine störrischen Haare. Als ich halbwegs vernünftig aussehe, gebe ich auf und gehe in die Küche um mir etwas zum Frühstück zu suchen. Unten treffe ich auf meine Mutter und ihren neuen Freund. Die beiden benehmen sich wie frisch verliebte Teenager. Wie peinlich. Die Augen verdrehend wende ich mich dem Kühlschrank zu. Ich hole alle Zutaten für ein Sandwich heraus und setze mich an den Küchentisch.

Geistesabwesend sehe ich auf die Uhr und springe vom Stuhl auf, ich hab total die Zeit vergessen. Heute ist nicht mein Tag. Zwei Stufen auf einmal nehmend renne ich die Treppen hinauf, hole meine Schulsachen und sprinte nach draußen. Gerade noch rechtzeitig erreiche ich die Haltestelle und steige in den Bus. Ich lasse mich auf einen Sitzplatz in der hintersten Reihe fallen. Da meine Mutter als Telefonistin nicht besonders viel verdient wohnen wir in einem Haus am Stadtrand, somit muss ich jeden Tag etwas mehr als eine Stunde im Bus verbringen.

Das war anders als wir noch bei meinem Vater lebten. Aber meine Mutter war der Meinung sie könne nicht mehr mit ihm zusammen leben, sie brauche Abwechslung. Na ja, und nun ist fast wöchentlich ein neuer Mann am Start. Ich frage mich langsam was sie damit bezwecken will. Wenigstens scheint ihre Arbeit nicht darunter zu leiden, denn wir haben immer noch Strom und meistens auch etwas in Kühlschrank.

 

Vor dem Schulgelände steige ich aus dem Bus und laufe zum Haupteingang. Unsere Schule ist ein riesiger grauer Klotz, selbst der Hof ist asphaltiert, kein Rasen oder Baum weit und breit.

Während ich darüber nachdenke wie man hier etwas Farbe ins Spiel bringen könnte, stolpere ich quasi über meinen besten Freund Nick. Wir sind seit dem Kindergarten die besten Freunde, damals hat er mich vor fiesen Rüpeln beschützt. Nick war kleiner als ich und auch als die meisten anderen aber dennoch hat er sie zum Weinen gebracht. Heute ist er groß, sportlich, klug und meist zum Schreien komisch.

     „Guten Morgen, Süße“, begrüßt er mich und grinst übers ganze Gesicht.

     „Guten Morgen, Süßer “, antworte ich und grinse zurück.

Gemeinsam gehen wir in die Klasse und setzen uns auf unsere gewohnten Plätze ganz hinten. Es sind noch fünf Minuten bis der Unterricht beginnt und der Raum füllt sich mit schwatzenden Schülern. Nick lehnt sich zu mir und flüstert: „Schau mal ist sie nicht bildschön!“ Ich weiß, auch ohne mich umzudrehen,  genau wen er meint, Beatrice, seit einiger Zeit redet er nur von ihr. Die Beiden waren auch ein- oder zweimal aus aber leider hat sie nach wie vor einen Freund, diesen trotteligen Mark, ich kann den Kerl nicht ausstehen. Sie will sich aber nicht von ihm trennen und so hat Nick leider keine Chance bei ihr.

     „Ja, sie ist schon hübsch. Aber du hast sicher nicht vergessen, dass deine Schwärmerei zu nichts führt. Du weißt ich mein das nicht böse, ich will nur nicht das sie dir weh tut.“

     „Ja und das ist total lieb von dir. Aber ich mag sie einfach sehr und ich wäre gern mit ihr zusammen. Wenn ich nur wüsste wie ich diesen Typen loswerden kann.“

     „Ach Nick, steigere dich da nicht zu sehr rein. Sie hat dir doch deutlich zu verstehen gegeben das sie sich nicht von Mark trennen wird. Obwohl ich nicht weiß wie sie mit ihm zusammen sein kann.“

     „Vielleicht ist er gut im Bett.“

     „Wie kommst du denn darauf, dass man deshalb mit jemandem zusammen ist, den man nicht leiden kann?“

     „Ich mein ja nur. Es soll Menschen geben die so sind. Ob ich gut im Bett bin?“, das letzte flüstert er nur, ich höre es aber trotzdem.

     „Das kann ich dir nicht sagen das musst du Susanna fragen. Doch ich glaube nicht das du mit ihr darüber reden willst.“. sage ich und grinse ihn schief an. Susanna ist Nicks erste und bisher einzige Freundin gewesen. Das Ganze hielt aber nicht lange, nur etwa vier Monate. Sie hatte ziemlich schnell jemand neues. Ich habe es ihm nie gesagt aber ich habe mitbekommen wie sie sich mit ihren Freunden unterhielt und sagte, dass sie nur einen Dummen brauchte der sie entjungferte, weil sie nicht mehr die einzige sein wollte die es noch nicht gemacht hat. Danach war sie dann mit einer Reihe von Jungs an unserer Schule und aus der Stadt zusammen. Sie scheint sich für nichts zu schade.

     „Sehr witzig. Aber du liegst richtig, sie ist die letzte mit der ich darüber reden will und die Frau die ich fragen kann die kann nicht mitreden.“

     „Redest du von Bea?“

     „Nein, ausnahmsweise mal nicht. Ich meine dich, mit dir kann ich über alles reden aber mit dir hab ich ja nie geschlafen. Von daher kannst du mir ja nicht helfen.“ Er wird rot.

Erstaunt sehe ich ihn an. Ehe ich noch weiter darüber nachdenken kann kommt unser Mathelehrer herein und beginnt wie immer sofort mit dem Unterricht. Er teilt Blätter mit Übungsaufgaben aus, damit sind wir die beiden Mathestunden vollauf beschäftigt somit kann ich das Thema nicht wieder aufgreifen und bald habe ich seine Bemerkung vergessen.

Nach den ersten beiden Stunden müssen wir in verschiedene Stunden.

In der Mittagspause gehe ich in die Kantine und stelle mich in der Schlange an. Die Kantine ist einer der wenigen Räume für die Geld ausgegeben wurde. Der Speisesaal war früher eine riesige Eingangshalle, die Decke ist gewölbt und mit Säulen gestützt. Zwischen den Säulen sind die Tische und Stühle aufgestellt. Die Wand an der Stirnseite des Raumes wurde eingerissen und von außen ein weiterer Raum, die Küche, angebaut. Es wirkt irgendwie skurril diese neue, sterile Küche an diesem schönen alten Raum. (passt nicht zu obigen Beschreibung) Die Schlange bewegt sich langsam vorwärts, ich kaufe mir einen Teller Nudeln mit Tomatensauce und suche mir einen Sitzplatz. An einem Tisch in der hinteren Ecke sehe ich Nick hektisch winken. Ich lasse mich auf den Platz ihm gegenüber fallen. Enttäuscht sieht er von seinem auf meinen Teller.

„Es gab Nudeln? So ein Mist und ich esse hier blöden Fisch.“ Er zieht eine Schnute und ich muss lachen. Beim Essen unterhalten wir uns über die vergangenen Stunden und lästern über den ein oder anderen Lehrer und Mitschüler. Am Ende der Pause verabschiede ich mich bis zum Nachmittag von Nick und gehe wieder in den Unterricht.

 

Der Rest des Tages vergeht wie im Flug.

Auf dem Weg nach draußen treffe ich Nick wieder, gemeinsam gehen wir zu seinem Auto. Er muss nicht jeden Tag mit dem Bus fahren. Da der Bus erst in einer halben Stunde fährt setzen wir uns ins Auto und hören Musik. Nach einer Weile schneidet er wieder das Thema Beatrice an.

     „Sei mal ehrlich. Glaubst du ich habe eine Chance bei ihr?“

     „Mmh, ganz ehrlich, ich  glaube sie spielt nur mit dir. Wenn sie sich wirklich was aus dir machen würde, dann wärt ihr schon zusammen.“

Traurig sieht er mich an und nickt langsam. „Ja ich fürchte da hast du Recht, aber ich will es einfach nicht wahr haben. Verstehst du das?“

     „Nicht wirklich ich war noch nie verliebt. Tut mir leid. Lass den Kopf nicht hängen.“

Ich sehe auf die Uhr im Armaturenbrett, gebe ihm einen Kuss auf die Wange und verabschiede mich. Ich laufe zur Haltestelle und winke Nick hinterher. Ich krame meine Kopfhörer aus meiner Tasche und stöpsle sie an mein Handy an. Viele Schüler warten ebenfalls auf den Bus, während ich durch meine Playlist scrolle und nach einem Song suche nach dem mir der Sinn steht damit ich die lärmende Menge um mich herum ausblenden kann.

Als ich den Bus um die Ecke fahren sehe schlängle ich mich durch die Menge nach vorn um einen Sitzplatz zu ergattern. Der Bus hält und ich habe Glück, die Tür öffnet sich direkt vor meiner Nase. Ich husche hinein und zeige im Vorbeigehen meine Fahrkarte. In der letzten Reihe lasse ich mich auf einen Sitz am Fenster sinken, lehne meine Kopf gegen die Scheibe und schließe die Augen. Zu den dröhnenden Klängen meines Handys nicke ich weg, zum Glück wache ich rechtzeitig wieder auf um auszusteigen. Träge schleppe ich mich nach Hause. Als ich die Haustür öffnen will, ist sie verschlossen. Verwundert hole ich meine Schlüssel heraus und schließe auf. Normalerweise ist meine Mutter um diese Zeit immer zu Hause. Ich rufe nach ihr aber keine Antwort, ich zucke mit den Achseln, wer weiß was sie und ihr neuer Freund wieder treiben. Meine Tasche lasse ich im Flur und gehe in die Küche um mir etwas zu trinken aus dem Kühlschrank zu holen. Dort entdecke ich einen Zettel:

 

Teil 2

    Bin mit José shoppen. Warte nicht auf mich, kann spät werden.

 Dann habe ich wenigstens meine Ruhe und muss mir das Geturtel nicht anschauen. Mit einer Flasche kaltem Saft mache ich mich auf den Weg nach oben. Ich werfe mich aufs Bett und schalte den Fernseher ein, es läuft irgendeine Sitcom. So liege ich mehrere Stunden herum und langweile mich. Eigentlich müsste ich noch einige Hausaufgaben machen, aber ich habe keine Lust und beschließe sie auf morgen zu verschieben. Wenigstens ist heute Freitag und ich habe das ganze Wochenende Zeit mich damit zu beschäftigen. Ich lasse den Fernseher laufen und hole mir meinen Laptop. Mal sehn was im Internet so los ist. Ich öffne eine Sozial Community Seite auf der die meisten meiner Mitschüler angemeldet sind. Unsere Schule hat hier eine eigene Gruppe in der gechattet werden kann.

 

Bianca Miller, Scott Rayvon, Peggy Hym, Brain Hold, Beatrice Flynn  sind online.

                 Bianca Miller:                    Hey, Leute wo steigt heute mal wieder eine geile Party?

                 Scott Rayvon:                   So weit ich weiß bei Billy, seine Eltern sind verreist.

                 Bianca Miller:                    Cool!!! Das ist doch schon mal ein Anfang. Peggy-Maus kommst du mit?

                 Peggy Hym:                         Ja na klar komm ich mit, aber was soll ich anziehen?

                 Brain Hold:                        Und mich willst du wohl nicht mitnehmen?

                 Bianca Miller:                    Doch Schatz, natürlich, ich bin davon ausgegangen das du mit kommst :-*

            Und Peggy, zieh doch das Kleid an das wir letztens zusammen gekauft haben.           

                 Brain Hold:                        Okay, dann ist ja gut ;-) Ich komm in zwei Stunden zu dir. ILD:-*

                 Bianca Miller:                    ILDA :-*

                 Brain Hold ist offline.

                 Peggy Hym:                          Das ist eine super Idee! Dann sehen wir uns später dort. Tschaui.

                 Peggy Hym ist offline.

                 Beatrice Flynn:                    Ich würde auch gern kommen! Kann mich jemand mitnehmen?

                 Bianca Miller:                      Was ist mit Mark?

                 Beatrice Flynn:                   Ach, wir haben uns gestritten und ich weiß nicht ob ich ihn fragen soll.

                 Bianca Miller:                     Oh nein, dass ist nicht schön. Aber ich versteh das. Wir holen dich nachher ab, ich ruf dich vorher nochmal                                                               an. Okay?

                 Beatrice Flynn:                   Danke das ist lieb! Bis später dann ich geh auf Klamottensuche.                  

                 Bianca Miller:                                     Bis dann!

                 Beatrice Flynn ist offline.

                 Bianca Miller:                    Sienna? Willst du auch kommen?

                 Sienna Tyller:                     Ich glaube nicht. Meine Mutter wollte heute was mit mir unternehmen. Ein andermal sicher.        

                 Scott Rayvon:                   Du musst mehr raus gehen sonst kriegst du nie einen Kerl ab.

                 Bianca Miller:                     Scott lass das, es ist ihre Entscheidung. Ich wollte nur fragen wir hätten noch einen Platz im Auto frei. Und                                                               es wird eine der letzten Parties vor unserem Abschluss sein.

                 Sienna Tyller:                     Ich weiß, Bianca, aber es geht wirklich nicht. Sorry. Ich muss dann auch los meine Mum ruft. Bye.

                 Bianca Miller:                     Dann viel Spaß, bye bye.

                 Scott Rayvon:                    BB

Schnell schließe ich den Chat, auf diese Gespräche habe ich echt keine Lust. Ich weiß ich bin ein Spätzünder aber das ist mir egal. Den Richtigen oder jemanden zu finden der dem nahe kommt ist nun mal nicht so einfach. Und bisher ist mir noch Keiner begegnet bei dem ich Schmetterlinge im Bauch bekam.

Okay, das war also nicht sehr ergiebig. Und was mache ich nun?  Kurzerhand schnappe ich mir mein Handy und rufe Nick an um ihm von der Party zu erzählen und natürlich, dass Bea allein dort sein wird, weil sie Streit mit Mark hatte. Sofort beschließt er auch dort aufzutauchen, ganz zufällig natürlich. Auch er fragt mich ob ich mitkommen will und wieder sage ich nein, eine Begründung braucht er nicht er kennt mich. Ich bin kein Party-Mensch.

Der Abend verläuft ruhig, ich bestelle mir Pizza und schaue eine DVD. Nach dem Film schalte ich den Fernseher aus und das Radio an. Ich mag es nicht, wenn es zu still ist vor allem nicht, wenn ich allein im Haus bin. Meine Kleider werfe ich in den Wäschekorb und ziehe mein Schlaf-T-Shirt an, dann tapse ich barfuß ins Bad um mich bettfertig zu machen. Ich gehe nach unten und schließe die Haustür ab, kontrolliere die Fenster und gehe wieder nach oben. Dort stelle ich das Radio leise, öffne das Fenster und setze mich aufs Fensterbrett. Der Himmel ist sternenklar, ich liebe die Sterne, sie funkeln so schön. Ich weiß es klingt kitschig, aber es beruhigt mich so am Fenster zu sitzen und der Nacht zu lauschen. Nach einer Weile wird mir kalt und ich beschließe mich ins Bett zu legen, lange brauche ich nicht um einzuschlafen.

 

     Ich schlendere durch den sommerlichen Wald, treffe einige Radfahrer und Fußgänger. Die Sonne scheint, die Vögel zwitschern und ich spüre förmlich wie ich braun werde. Ich biege an einer Abzweigung links ab, in dieser Richtung vermute ich einen Weg hinaus aus dem Wald. Doch, auf einmal bin ich allein und ich weiß nicht wo ich bin. Ich bekomme Angst. Es wird dunkel und kalt. Kein Geräusch ist zu hören, außer meinen Schritten und meinem panischen Herzschlag. Ich werde schneller, versuche einen Weg aus diesem Labyrinth zu finden. Ich schaue immer wieder über die Schulter, ich habe das Gefühl beobachtet zu werden. Dann, ganz plötzlich bin ich auf einer Lichtung. Dort steht ein riesiges Haus, eher eine Villa. Sie ist alt, verwittert und unheimlich, auf ihre Art aber auch irgendwie schön. Fasziniert gehe ich auf das Gebäude zu, meine Angst ist vergessen. Das Grundstück ist umgeben von einer hohen Mauer, bis auf ein gewaltiges Eisentor kann ich keinen Durchgang sehen. Das Tor ist filigran verziert, kleine Engel schauen von oben herab. Doch als ich sie genauer betrachte sehe ich, dass ihre Gesichter wie vor Schmerz verzogen sind. Es ist grauenvoll. Wer lässt sich denn so etwas anfertigen? Als ich das Eisen berühren will um das Tor zu öffnen,  wird die Lichtung auf einmal hell erleuchtet,  das Licht kommt direkt vom Haus. Jemand kommt auf mich zu, doch ich sehe nur eine dunkle Silhouette. Mein Herz rast, mein Instinkt sagt mir, dass ich weglaufen sollte, doch ich bin wie versteinert. Es kommt immer näher und ich werde nervös, ich weiß, dass Gefahr droht.  Ich werde immer panischer, es steht fast vor mir…

 

 

to be continue...

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